Mit dem Wohnmobil nach Andalusien – unsere Winterreise über die Atlantikroute
Anfang Januar soll es endlich losgehen nach Andalusien – Spanien waren wir beide nur für ganz kurze Zeit und kennen das Land gar nicht. Spannend, die Planung zu machen, zu recherchieren und unsere altbekannte Excelliste rauszukramen und anzupassen.
Unsere erste Überlegung ist, nach Portugal zu fahren und dort uns die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen. Überwintern nennen es die Womo-Profis, die von Oktober bis April in den Süden fahren – ob jetzt wegen der Gicht oder des Abenteuers wegen bekommt man meistens im ersten Gespräch nicht raus. Also einmal schnuppern, wie das wohl ist, und ob das was für uns ist. Aber erstmal im Kleinen: fünf Wochen inklusive An- und Abreise.
Silvi, wie Frauen manchmal so sind, kommt auf die glorreiche Idee, doch nach Andalusien zu fahren: ähnliches Klima und ganz viel Kultur. Ein doppelter Glücksgriff wie sich später herausstellen sollte. Zum einen ist das Wetter mit Teilen von Portugal nicht gut gesonnen. Starkregen und Orkan fegt über das Land und kostet mindestens fünf Menschen das Leben. – Glück gehabt –
Zum anderen ist Andalusien ein wahres Großod (wenn es „Kleinod“ gibt, muss es das auch geben). Die Kunstschätze in den einzelnen Landesteilen überbieten sich gegenseitig und unter jedem Stein liegt Geschichte.
Inhaltsverzeichnis
- Planungsliste & Vorgehen
- Die Anreise und Route (Atlantikroute)
- Vorbereitung, Eisregen & verspäteter Start
- Übernachtung bei Vicq
- Paris umfahren & bis Le Barp
- Frühstück, Wind & Routenwechsel
- Im Lee der Pyrenäen bis südlich Madrid
- Diesel in Spanien: Gasóleo A vs. Gasolina
- Ankunft bei Córdoba: Campingplatz & Olivenhaine
- FAQ
Planungsliste & Vorgehen
Hier verlinke ich mal unsere Planungsliste – ja, wird jeder sicherlich was haben, diese ist eine Anpassung einer uralten Liste, noch auf Papier, für Freizeiten.
Tour 2026 – Andalusien (Excel-Liste): Hier klicken zum Download der Planungsliste
Es ist eine Excelliste mit einigen Einstellmöglichkeiten. Nachdem nun der Landstrich klar war, schauen wir: was muss man sehen, was wollen wir sehen und wann und wo planen wir unsere Ruhephasen ein. Schnell stehen die Orte fest und die Sehenswürdigkeiten. Wir buchen gerne die Führungen im Vorfeld, so dass das meiste klar ist bei Reiseantritt.
Die Anreise und Route (Atlantikroute)
Die Anreise gestalten wir von Lingen (Ems) kommend über die „Atlantikroute“, sprich Paris – Bordeaux – San Sebastian. Nicht über die Rhone-Route und dann ab Orange Richtung Barcelona.
Die Planung der Hintour ist dann auch abgeschlossen:
- 23.01. losfahren – Lingen
- dann hinter Paris kommen
- dann hinter Bordeaux
- Salamanca
- Cordoba
Der erste Stop in Andalusien ist Cordoba, dann Sevilla – Malaga – Grenada – Ronda – Tarifa – Cadiz – Huelva und wieder nach Hause.
Vorbereitung, Eisregen & verspäteter Start
Die Vorbereitungen zum 22.01. sind abgeschlossen: Die Lilibet ist vollgetankt, Wasser ist aufgefüllt, neue Gasflaschen befüllt und angeschlossen, eine extra 11kg Alu wartet auf den Einsatz in der Heckgarage.
Dann in der Nacht: E i s r e g e n – die Straßen sind eine Eisfläche, an losfahren nicht zu denken. Streue ein bisschen aus Verzweiflung und weil man was tun muss, Salz auf den Bürgersteig, alles andere würde nicht helfen, ob es wirkt? keine Ahnung.
Gegen Mittag sind die Hauptstrassen frei und die Stadt ist auch durch unsere beschauliche Straße gefahren, um dort zu streuen und gegen 13.30 können wir endlich los. Unser speziell auf unsere Lilibet ausgerichtetes Navi (über 3,5t und 3m Höhe berücksichtigend) sucht eine interessante Strecke heraus, die über die Niederlande – Belgien und dann Richtung Paris weiterführt.
Übernachtung bei Vicq
Wir kommen wunderbar voran und schaffen es trotz des späten Startes bis nach Vicq kurz hinter die belgisch-französische Grenze. Dort an einem Parkplatz zwischen Kirche und Friedhof stehen wir ganz ruhig, denn die Kirchenglocke fängt erst um 7 Uhr wieder an zu schlagen und die anderen Nachbarn verhalten sich auch ruhig. Der „Stellplatz“ ist nur 2 Km von der Autobahn entfernt.
Paris umfahren & bis Le Barp
Da wir ja bereits einen halben Tag verloren hatten, schellte der Wecker zusätzlich zur Kirchturmuhr um 7 Uhr und die Fahrt ging weiter Richtung Paris. Ziel war es ja gewesen, hinter Paris zu kommen am ersten Tag, da hatte der Eisregen bekanntlich etwas dagegen.
Jetzt am Samstag hofften wir auf wenig Verkehr und gutes Wetter, wir wurden nicht enttäuscht. Paris wurde gut umfahren und nicht auf die Peripherique gekommen und wir kamen tatsächlich bis nach Le Barp. 834 Km gefahren an einem verkehrsruhigen Samstag.
Wir übernachteten an einer Schule und schliefen mit den Ausläufern eines enormen Tiefs über Portugal in Form von Regen wunderbar ein. Am Morgen zeigte sich der Parkplatz als Seenlandschaft und als die Hubstützten die Lilibet wieder sanft auf die vier Räder stellten, ergoss sich das auf dem Dach gesammelte Wasser über die Scheiben als reißender Bach zu Boden.
Nachdem wir beschlossen dies zu filmen, brachen wir auf zu einem laut Google nahegelegenen Bäcker, um frische französische Köstlichkeiten zum Frühstück zu besorgen. Dieser hatte in der Nebensaison geschlossen, deswegen führte uns der Weg in den Aldi, der im gleichen Gebäude residierte.
Frühstück, Wind & Routenwechsel
Wir suchten uns diverse Backwaren aus – konnten diese in der Bäckerei besser gewesen sein? fragten wir uns beim Verzehr von Pain au Chocolat und ähnlichem.
Frisch gestärkt fuhren wir weiter Richtung Spanien. Frisch gestärkt war auch der Wind, der in Böen jetzt auf 60 km/h kam und es sollte noch schlimmer in Spanien werden. Da wir ursprünglich an der spanischen Atlantikküste entlang und dann via Salamanca nach Andalusien wollten, schien dieser Weg uns durch Wind bis 80km/h in Bilbao und Umgebung versperrt.
Die Lilibet ist gemütlich, breit und groß, bietet mehr als genug Platz für uns beide und ist gut mit fast 200PS motorisiert, hat aber den CW-Wert eines Mittelgebirges, so suchte Silvi nach Alternativrouten. Was mir wichtig war: nicht von Wind und Sturm in den Schnee der Pyrenäen zu geraten.
Im Lee der Pyrenäen bis südlich Madrid
So fanden wir eine Strecke, die uns im Lee des Windes und am Bergrücken der Pyrenäen vorbei Richtung Pamplona brachte. Es gab zwar etwas Schneefall, aber keinen starken Wind mehr und die Verkehrsdichte hielt sich enorm in Grenzen. So erreichten wir nach 654 km den Süden von Madrid und stellten uns auf den Seitenstreifen einer größeren Straße, wo auch schon einige LKW standen.
So fanden wir eine Strecke, die uns im Lee des Windes und am Bergrücken der Pyrenäen vorbei Richtung Pamplona brachte. Es gab zwar etwas Schneefall, aber keinen starken Wind mehr und die Verkehrsdichte hielt sich enorm in Grenzen. So erreichten wir nach 654 km den Süden von Madrid und stellten uns auf den Seitenstreifen einer größeren Straße, wo auch schon einige LKW standen.
Unsere etablierte Morgenroutine ließ uns um 7 Uhr aufstehen, um die letzten 395km bis zum Campingplatz „La Campiña“ in der Nähe von unserem ersten Ziel Córdoba zu meistern.
Diesel in Spanien: Gasóleo A vs. Gasolina
Da wir dann tanken mussten und etwas blauäugig hinfuhren, hier mal die Erklärung zu unseren Überlegungen:
- Gasóleo A: Handelsüblicher Diesel für PKW und LKW. In Südeuropa oft nur als „Gasóleo“, „Gasoil“ oder einfach „Diesel“ bezeichnet.
- Gasolina: Achtung – das ist Benzin!
- Gasóleo B: Agrar-Diesel, darf laut ADAC nicht für normale Straßenfahrzeuge genutzt werden.
Als Tipp für Euch: Wir haben dann mit leicht mulmigem Gefühl Gasóleo A für 1,23 € getankt und Spoiler: Lilibet hat es gut vertragen.
Ankunft bei Córdoba: Campingplatz & Olivenhaine
Die Strecke war dann geprägt durch Regen, Schnee und mäßigem Wind, aber auch Olivenhaine, Sonne und wunderbare Aussichten. Der Campingplatz liegt umringt von Olivenhainen in wunderbarer Landschaft ca. 40 km von Córdoba entfernt, aber mit einer Busanbindung für 5 € pro Person und Richtung. Die erste Bustour hin- und zurück ist im Preis für den Campingplatz inkludiert, genauso wie der Stromverbrauch. Unser Stellplatz mit erhabener Sicht auf die Olivenbäume bescherte uns eine erholsame Nachtruhe.
FAQ – Häufige Fragen zur Winterreise nach Andalusien
Warum Andalusien statt Portugal?
Wegen der Wetterlage mit Starkregen und Orkanen in Portugal – und weil Andalusien kulturell ein echter Volltreffer („Großod“) war.
Welchen Diesel tankt man in Spanien?
Für Wohnmobile nutzt man Gasóleo A. Vorsicht vor Gasolina (Benzin).
Wie kommt man vom Campingplatz nach Córdoba?
Es gibt eine Busanbindung für ca. 5 € pro Fahrt. Oft ist die erste Fahrt im Stellplatzpreis enthalten.

