Lorbas auf dem Weg nach Hause: Tag 1 der Überführung von Braunschweig Richtung Bruinisse
Es gibt Tage, die beginnen leise – und tragen doch das Gewicht eines ganzen Kapitels. Genau so ein Tag war dieser. Der erste Tag der Überführung unserer Lorbas. Frisch refittet, technisch überarbeitet, mit viel Herzblut neu aufgebaut – und nun bereit, endlich wieder das zu tun, wofür sie gebaut wurde: fahren.

Leinen los im Hafen Heidanger
Pünktlich um 07:45 Uhr heißt es im Hafen Heidanger (Stichkanal Braunschweig): Leinen los! Gemeinsam mit Detlef starten wir in das Abenteuer. Hinter uns liegt ein intensiver Refit: Das Unterschiff glänzt mit neuemEpifanes Copper Cruise Antifouling , die Elektrik ist mit Victron-Komponenten und frischen Kabeln komplett neu aufgebaut. Da unser Mast bereits sicher in Bruinisse lagert, können wir uns heute ganz auf die Technik und die Strecke konzentrieren.





Um 08:30 Uhr erreichen wir bei Kilometer 213 die Einmündung auf den Mittellandkanal (MLK). Die Lorbas liegt ruhig im Wasser, während wir Richtung Westen fuhren.
Technik, die Vertrauen schafft
Im Inneren schlägt ein neues Herz. Für Wärme sorgt die neu verbaute Webasto SD Air Top EVO 40 D 12 V Marine, während am Steuerstand ein neues Schaltpanel und moderne Garmin-Instrumente GNX Windpack 52 kabelgebunden (GPS, Tiefenmesser, Logge) zuverlässig alle Daten liefert. Abgeschirmt werden wir dabei von einer neuen Kuchenbude, die jetzt passend zum Look in edlem Schwarz gehalten ist.
Besonders emotional ist der Moment, in dem der alte Bukh-Diesel von 1984 erwacht. Nachdem wir zuvor die Zylinderkopfdichtungen erneuert haben, schnurrt er nun wie ein Uhrwerk. Silvi sitzt auf den neuen Polstern und genießt die ersten Meilen, während die Uferlandschaft gemächlich vorbeizieht.
Schleuse Anderten: Das Nadelöhr
Nach einigen Stunden Fahrt erreichen wir um 12:37 Uhr bei MLK km 173 die Schleuse Anderten. Ein massives Bauwerk, das Respekt einflößt. Dank Detlefs ruhiger Art und Silvis konzentrierter Leinenführung meistern wir die Talquerung ohne Probleme. Wir achten darauf, die Leinen locker zu führen, während das Boot sinkt.
Um 13:30 Uhr haben wir das massive Tor hinter uns gelassen. Hier verabschiedet sich Detlef von Bord – ab jetzt sind wir auf uns allein gestellt. Der Blick geht nach vorn: Allein auf dem Wasser, die Freiheit beginnt.










Auf dem Mittellandkanal nach Idensen Moor
Vier Stunden Einsamkeit auf dem Kanal liegen vor uns. Es ist der Moment, in dem man eins wird mit dem Boot. Die Lorbas zeigt, dass sie bereit ist: Auf der gesamten Tagesetappe verbrauchen wir bei konstanter Fahrt lediglich ca. 25 Liter Diesel und halten den Ölverbrauch mit 0,3 Litern absolut im Rahmen.
Um 17:20 Uhr laufen wir schließlich nach insgesamt 82 Kilometern bei MLK km 135 im Yachthafen Idenser Moor ein. Die Einfahrt öffnet sich erst nach einem kurzen Anruf unter der toreigenen Rufnummer. Das Anlegen ist vielleicht nicht perfekt, aber sicher – und nach so einem Tag zählt nur das Gefühl, es geschafft zu haben. Zwischen Gänsen mit Jungen und freundlichen Nachbarn finden wir unseren Platz für die Nacht.







Fazit des ersten Tages: Die Basis stimmt, auch wenn der Innenraum und das Oberschiff im nächsten Winter in Bruinisse noch ihre Kur bekommen. Der Anleger-Schnaps war nach diesem erfolgreichen Start mehr als verdient! ⚓
FAQ – Logbuch & Technik-Check
Wie hoch ist der Verbrauch des Bukh-Diesels?
Bei unserer Überführung der Lorbas (Stahlverdränger) liegt der Verbrauch des 1984er Bukh-Diesels bei etwa 25 Litern auf 82 Kilometern. Das ist ein sehr effizienter Wert für Kanalfahrten bei Marschgeschwindigkeit. Der geringe Ölverbrauch von 0,3 Litern nach dem Wechsel der Zylinderkopfdichtung bestätigt den guten Zustand des Motors.
Wie viel Zeit sollte man für Braunschweig – Idensen Moor einplanen?
Für die ca. 82 Kilometer inklusive der Passage der Schleuse Anderten benötigen wir knapp 9,5 Stunden (Start 07:45 Uhr, Ankunft 17:20 Uhr). Wichtig ist, Pufferzeiten von etwa einer Stunde für die Schleusenvorgänge in Anderten einzuplanen.
Welche Garmin-Instrumente kommen zum Einsatz?
Wir nutzen das Garmin GNX Windpack 52 (kabelgebunden) zusammen mit GPS und Logge. Besonders hilfreich sind die präzise Ermittlung der Geschwindigkeit über Grund (SOG) sowie die Wassertemperaturanzeige. Der Tiefenmesser bietet zusätzliche Sicherheit in unbekannten Häfen wie Idenser Moor.
Warum fiel die Wahl auf Epifanes Copper Cruise?
Für den Neuaufbau des Unterschiffs ist uns ein verlässlicher Schutz wichtig. Das Epifanes Copper Cruise Antifouling bietet einen hervorragenden Bewuchsschutz für die Überführung und die spätere Liegezeit in den niederländischen Gewässern, ohne das Material unnötig zu belasten.
Der Song des ersten Tages
Könnt ihr für noppes runterladen

