Lorbas bekommt neue Elektrik – Ein Erfahrungsbericht vom Umbau an Bord

Lorbas bekommt neue Elektrik – Ein Erfahrungsbericht vom Umbau an Bord

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum neue Elektrik? – Der Ausgangszustand auf der Lorbas
  2. Die Planung – Sicherheit, Komfort und Kontrolle
  3. Die Umsetzung – Vom Kabelsalat zum Stromkonzept
  4. Das Herz der Anlage – Cerbo GX, GX Touch & MultiPlus
  5. Fazit & Produktempfehlungen – Unsere praxiserprobte Auswahl

1. Warum neue Elektrik? – Der Ausgangszustand auf der Lorbas

Die „Lorbas“, unsere Wibo 945 aus dem Baujahr 1984, war immer ein treuer Gefährte auf Binnen- und Küstengewässern. Doch unter der Verkleidung lauerte ein Risiko: Die Elektrik an Bord stammte aus unterschiedlichen Jahrzehnten, nachgerüstet von Vorbesitzern, verändert, erweitert und manchmal nur notdürftig repariert. Steckverbindungen waren korrodiert, die Absicherung uneinheitlich, Ladegeräte veraltet. Zudem gab es keine durchgehende Dokumentation – ein Problem, wenn man unterwegs ist und plötzlich eine Sicherung auslöst, deren Funktion niemand kennt.

Mit wachsender Technik an Bord und dem Wunsch nach Komfort wurde klar: Hier muss eine gründliche Erneuerung her. Der Gedanke an einen Kurzschluss auf See oder einen Spannungsausfall beim Anlegen reichte, um den Entschluss zu fassen: Die gesamte Bordelektrik der Lorbas wird neu geplant, umgesetzt und dokumentiert. Und wenn man schon alles neu macht, dann bitte richtig – mit System, Qualität und Zukunftssicherheit.

2. Die Planung – Sicherheit, Komfort und Kontrolle

Bevor das erste Kabel gezogen wurde, ging es an die Planung. Ziel war eine strukturierte, nachvollziehbare und erweiterbare Elektrik, die sowohl 12V- als auch 230V-Systeme sicher und sauber integriert. Ein klarer Stromlaufplan wurde erstellt, Stromkreise definiert und Verbraucher kategorisiert.

Ein besonderes Augenmerk lag auf:

  • Sicherheit: saubere Absicherungen, galvanische Trennung, leistungsfähige Verbindungsklemmen
  • Komfort: klare Bedienung, integrierte Steckdosen, zentrale Überwachung, einfache Wartung
  • Zukunftstauglichkeit: Modularität für spätere Erweiterungen wie Heizung, Bugstrahlruder, Navigationsgeräte etc.

Die Lösung: ein System auf Basis von Victron Energy und Philippi Marine. Diese beiden Marken bieten marinezertifizierte Komponenten mit hohem Bedienkomfort, hoher Kompatibilität und langer Lebensdauer. Zusätzlich war uns wichtig: alles sollte auch im Notfall überbrückbar oder manuell schaltbar sein.

Die wichtigsten Elemente wurden ausgewählt:

  • Victron Multiplus 12/3000 Wechselrichter-Ladegerät
  • Victron Cerbo GX Steuerzentrale mit GX Touch 70 Display
  • Victron SmartShunt zur Batterieüberwachung
  • Philippi Stromkreisverteiler STV-110
  • Philippi Schuko-Steckdosen und Schalter mit passenden Rahmen
  • Victron Lynx Power In und Distributor für die Hauptstromverteilung
  • Batteriehauptschalter, galvanischer Trenner, robuste Verbindungstechnik

3. Die Umsetzung – Vom Kabelsalat zum Stromkonzept

Zuerst hieß es: alles raus. Die alten Kabel wurden demontiert, unklare Verbindungen dokumentiert und beseitigt. Die „offene Operation“ an der Bordelektrik offenbarte manches Provisorium, das in der Vergangenheit über Jahre hinweg scheinbar funktioniert hatte. Doch wir wollten es nun richtig machen – nicht nur technisch, sondern auch optisch ordentlich und nachvollziehbar.

Neuer Aufbau in Etappen:

  • 12V-Verteilung: Der Philippi STV-110 Stromkreisverteiler brachte endlich Struktur. Jeder Verbraucher erhielt seinen eigenen Anschluss – von der Druckwasserpumpe bis zur Navigationsbeleuchtung. Die Leitungen wurden farblich gekennzeichnet und dokumentiert.
  • 230V-System: Der Victron Multiplus übernimmt die Aufgabe von Wechselrichter und Ladegerät. Ob Landstrom anliegt oder nicht: Bordspannung ist immer da. Das System erkennt die Stromquelle automatisch.
  • Monitoring & Steuerung: Mit dem Cerbo GX können alle Ströme, Spannungen und Verbraucher zentral überwacht werden. Das GX Touch 70 zeigt alles in Echtzeit an – direkt im Salon. Ein echter Komfortgewinn.
  • Verkabelung: Alle neuen Leitungen wurden mit Aderendhülsen versehen, beschriftet und durch Kanäle geführt. Wo möglich, kamen Kabelkanäle oder Schlauchsysteme zum Einsatz.
  • Kleinkram mit großer Wirkung: Neue Schuko-Steckdosen, ein Batteriehauptschalter (Philippi BH-200 F), ein galvanischer Trenner (Victron VDI 16 A), stabile Kabelklemmen und hochwertige Batterieklemmen (BK6) ergänzten das System sinnvoll.

Zwischendrin war die Lorbas ein fliegendes Labor: Multimeter, Crimpzangen, Kabelreste, Bohrmaschine und geöffnete Bodenbretter prägten das Bild. Doch nach und nach wuchs das System zusammen – ein echtes Erfolgserlebnis.

4. Das Herz der Anlage – Cerbo GX, GX Touch & MultiPlus

Das eigentliche Highlight der neuen Elektrik ist nicht sichtbar, sondern digital.

Der Cerbo GX bildet das Gehirn des Systems:

  • Er verknüpft Wechselrichter, Batteriemonitoring und Eingänge wie Temperatur oder Tankstand
  • Alle Daten können über das GX Touch 70 direkt am Panel eingesehen werden
  • Auch unterwegs: über das Victron Remote Monitoring (VRM) kann der Status per Internet abgerufen werden

Der Multiplus 12/3000 sorgt für 230V an Bord, ob am Steg oder auf dem Wasser.

  • Er erkennt automatisch den Landstrom
  • Lädt die Batterie sicher nach
  • Wechselt nahtlos in den Inverter-Modus, wenn keine Versorgung vorhanden ist

Dank des Victron SmartShunt wissen wir jederzeit, wie es um unsere Batterien steht. Das schafft Vertrauen, besonders wenn man mal länger unterwegs ist. Und mit dem Lynx Power In/Distributor ist selbst der Hauptleitungsbereich modular und erweiterbar.

5. Fazit & Produktempfehlungen – Unsere praxiserprobte Auswahl

Die neue Elektrik der Lorbas hat unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Besonders die Übersichtlichkeit, Wartungsfreundlichkeit und Steuerbarkeit aus der Ferne sind ein echter Gewinn.

Wenn wir heute an Bord gehen, sehen wir: Klare Struktur. Gut erreichbare Komponenten. Und ein System, das genau das tut, was es soll. Kein Ratespiel mehr. Kein fliegender Sicherungskasten. Sondern durchdachte Technik, verlässlich installiert.

Wir empfehlen folgende Produkte, die sich im Einsatz bewährt haben:

Unser Tipp: Plant mit System, dokumentiert jeden Schritt – und genießt am Ende das gute Gefühl, euer Boot wirklich zu verstehen.

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