Mit der Lilibet nach Verona und zurück über Bamberg

Arena di Verona

Mit der Lilibet nach Verona und zurück über Bamberg – eine Reise zwischen Alpenpässen, Opernzauber und Weltkulturerbe


Über die Alpen – Fernpass und Brenner als Auftakt

Der Weg nach Italien führte uns zunächst über den Fernpass in Tirol. Diese Route hat nicht nur praktische Vorteile – sie ist mautfrei –, sondern sie gehört auch zu den landschaftlich reizvollsten Übergängen.

Zugspitzblick
Restauration mit ganz speziellen Blick

Schon kurz hinter Reutte steigt die Straße sanft an. Rechts und links erheben sich schroffe Felswände, während Wälder und Wiesen die Hänge säumen. Besonders eindrucksvoll ist der Fernsteinsee, dessen türkisblaues Wasser in der Sonne schimmert. Die Ruinen von Schloss Fernstein thronen auf einer Anhöhe und erinnern daran, dass dieser Pass seit Jahrhunderten eine wichtige Handelsroute war. Schon die Römer kannten den Übergang, Händler und Pilger nutzten ihn im Mittelalter.

Ein kurzer Halt am See war für uns Pflicht. Mit Blick auf das klare Wasser und die umliegenden Berge ließ sich die Fahrt wunderbar unterbrechen.

Nach dem Fernpass wartete der Brenner. Für viele ein Nadelöhr, für uns diesmal erstaunlich entspannt. Unsere ADAC-Mautbox erwies sich als Glücksgriff: Kein Anhalten, kein Kleingeld, kein Stress. Selbst in den Baustellenabschnitten rollten wir gleichmäßig weiter. Die Technik machte uns das Reisen leicht – und so wurde aus dem Brenner, der sonst oft für Frust sorgt, ein angenehmer Teil unserer Reise.

Mautbox in Aktion vor Alpenkulisse
Mautbox funzt wunderbar – Günes Statuslicht –

Ankunft in Verona – das Herz der Oper

Hinter den Alpen veränderte sich die Landschaft spürbar: sanftere Hügel, Zypressen, Weinberge. Und schließlich tauchte Verona auf den Schildern auf. Schon der Klang dieses Namens löst Assoziationen aus: Romeo und Julia, große Opern, antike Bauwerke, italienisches Lebensgefühl.

Für unser Wohnmobil entschieden wir uns für das Camping Verona Village, einen modernen und gut ausgestatteten Platz etwas außerhalb des Zentrums.

Eingangsbereich zum Waschhaus des Cmpingplatz Verona Village
Eingangsbereich zum Waschhaus des Cmpingplatz Verona Village

Die Busanbindung machte es einfach, schnell und bequem in die Altstadt zu gelangen.

Unser Stellplatz auf dem Campingplatz
– auf dem gesamten Campingplatz ist es verboten Heringe einzubringen – unterirdisch verlegte Bewässerung – !!

Der Platz selbst war angenehm ruhig – nach einem langen Tag voller Eindrücke war es schön, sich ins Grüne zurückzuziehen, bei einem Glas Wein auf dem Stuhl vor dem Wohnmobil zu sitzen und die Erlebnisse zu verarbeiten.

Hier klicken: Camping Stühle bei uns im Programm


Veronas Geschichte – von den Römern bis Romeo und Julia

Verona ist eine Stadt, die Geschichte atmet. Schon die Römer machten sie zu einem bedeutenden Handels- und Verkehrsknotenpunkt. Davon zeugt bis heute die Arena di Verona, das gewaltige Amphitheater, das im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde.

Die Arena ist das Wahrzeichen der Stadt – und gleichzeitig eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Während hier einst Gladiatoren kämpften, ertönen heute die Stimmen der größten Opernsänger.

Die Arena bei Nacht
Atmosphäre pur

Doch Verona ist mehr als die Arena. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt unter der Herrschaft der Familie della Scala (Scaliger) zu einem kulturellen Zentrum Norditaliens. Ihre Grabmäler, die Arche Scaligere, sind heute noch ein eindrucksvolles Zeugnis dieser Zeit: gotische Kunstwerke, die wie steinerne Zelte aus der Altstadt emporragen.

Und dann ist da natürlich die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Welt: Romeo und Julia. Shakespeare ließ seine Tragödie hier spielen, und der Balkon der Julia ist bis heute ein Pilgerziel für Verliebte und Touristen. Wir reihten uns nicht ein in die Schar der Besucher, die vor dem Haus stehen, Fotos machen und Eintritt zahlen. Der Balkon ist 300 Jahre nach dem die Geschichte aufgeschrieben worden ist von einem geschäftstüchtigen Einheimischen errichtet worden – ein lohnendes Invest – auch noch für seine Nachfahren.


Sehenswürdigkeiten in Verona – unsere Entdeckungstour

  • Arena di Verona: tagsüber beeindruckend, abends magisch.
  • Piazza delle Erbe: lebhafter Marktplatz, umgeben von mittelalterlichen Häusern, Fresken und Cafés.
  • Piazza dei Signori: etwas ruhiger, fast majestätisch, mit Denkmälern großer Dichter und Denker.
  • Castelvecchio: eine mittelalterliche Festung am Ufer der Etsch, heute ein Museum mit Kunst und Geschichte.
  • Ponte Pietra: eine römische Brücke, die Kriege und Jahrhunderte überdauert hat. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf den Fluss und die Stadt.
  • Basilika San Zeno: ein Meisterwerk der Romanik, dessen Architektur und Fresken jeden Besucher in Staunen versetzen.

Wir verbrachten ganze Tage damit, einfach durch die Stadt zu schlendern, die Atmosphäre aufzunehmen und die Mischung aus Geschichte, Kultur und italienischem Alltagsleben zu genießen.


Unser tägliches Ritual in Verona – Caffè Wallner

Mitten in diesem bunten Treiben fanden wir einen festen Ankerpunkt: das Caffè Wallner, nur wenige Schritte von der Arena entfernt.

Hier begann fast jeder unserer Tage in Verona. Ein Cappuccino, ein Croissant, manchmal ein Stück Gebäck – und dazu der Blick hinaus auf die Piazza. Wir beobachteten Touristen, die aufgeregt ihre Opernkarten zückten, Geschäftsleute, die schnell einen Espresso im Stehen tranken, und Familien, die gemütlich frühstückten.

Für uns wurde das Caffè Wallner zu einem Ritual und einem Ort der Entschleunigung. Hier tankten wir Energie für unsere Stadterkundungen, hier ließen wir den Tag Revue passieren. Es ist ein Ort, an dem man das Lebensgefühl Veronas im Kleinen spürt: elegant, lebendig, genussvoll.


Höhepunkt: „La Traviata“ in der Arena

Der Höhepunkt unserer Zeit in Verona war zweifellos der Besuch der Oper. Wir hatten Karten für Giuseppe Verdis „La Traviata“, und schon das Betreten der Arena war ein Erlebnis.

Als die Sonne unterging, füllte sich das Rund mit tausenden Besuchern. Kerzen flackerten, Stimmen erfüllten die Luft, und die Spannung stieg. Wir saßen in den „Puccini“-Sitzen, die nicht nur einen hervorragenden Blick boten, sondern auch für den nötigen Komfort sorgten.

Die Aufführung war schlicht überwältigend. Musik und Gesang verschmolzen mit der Atmosphäre des antiken Bauwerks. Man konnte fast spüren, wie sich die Jahrtausende verbanden: Hier, wo einst Gladiatoren kämpften, erklang nun Verdis Musik – ein Symbol dafür, wie lebendig Geschichte sein kann.


Abschied von Italien – zurück über die Alpen

Nach Tagen voller Kultur, Kulinarik und Lebensfreude hieß es, Abschied von Verona zu nehmen. Wieder rollten wir mit der Lilibet über den Brenner, wieder sorgte die ADAC-Mautbox für eine entspannte Fahrt.

Die Alpen zeigten sich diesmal von ihrer majestätischen Seite: Wolkenfetzen, die an den Gipfeln hängen, Sonnenstrahlen, die durch Täler fallen, und der beruhigende Rhythmus der Straße. Es war fast ein meditativer Moment, bevor wir wieder nach Deutschland zurückkehrten.


Bamberg – fränkisches Weltkulturerbe

Als Kontrast zu Verona legten wir einen Zwischenstopp in Bamberg ein. Und was für ein Kontrast das war!

Während Verona von italienischer Leichtigkeit geprägt ist, empfängt Bamberg mit fränkischer Bodenständigkeit. Die Stadt ist ein Gesamtkunstwerk: enge Gassen, barocke Fassaden, Brücken und Plätze – kein Wunder, dass die Altstadt seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Das Rathaus zu Bamberg
Das Rathaus zu Bamberg

Geschichte und Sehenswürdigkeiten in Bamberg

  • Bamberger Dom: Geweiht im Jahr 1237, beherbergt er den berühmten Bamberger Reiter, eine geheimnisvolle Reiterstatue, die bis heute Rätsel aufgibt.
  • Altes Rathaus: mitten im Fluss Regnitz erbaut, scheint es auf einer Brücke zu schweben. Die bunten Fassadenmalereien erzählen Geschichten und Mythen.
  • Klein-Venedig: eine malerische Häuserzeile am Fluss, in der einst Fischer wohnten. Heute ein romantischer Spaziergang entlang des Wassers.
  • Kloster Michelsberg: hoch über der Stadt gelegen, mit weitem Blick und einer bewegten Geschichte als Benediktinerkloster.
  • Neue Residenz und Rosengarten: barocke Prachtbauten, die zeigen, wie bedeutend Bamberg als Sitz von Fürstbischöfen war.

Die Stadt erzählt auf Schritt und Tritt Geschichte – und sie erzählt sie so lebendig, dass man sich schnell verliert in ihren Winkeln und Plätzen.


Kulinarischer Abschluss – Rauchbier und Schäufele

Natürlich durfte in Bamberg das Kulinarische nicht fehlen. Ein Besuch in einer Brauerei war Pflicht, und so probierten wir das legendäre Bamberger Rauchbier. Der erste Schluck ist ungewohnt – als hätte man ein Glas Bier mit einem Hauch Lagerfeuer – aber schnell entfaltet sich ein unvergleichlicher Geschmack, den wir auch sehr genossen. Es gesellten sich zwei Schweden zu uns, die extra aus Schweden gekommen waren, um das Rauchbier zu genießen – Grüße nach Stockholm – Wir zogen es vor für die weitere gestaltung des Abends in den Irish Pub schräg gegenüber zu gehen und uns dem wohlvertrauten und vollmundigen Geschmack des Guinness Bieres hinzugeben.

Dazu bestellten wir Schäufele, ein traditionelles fränkisches Bratengericht mit knuspriger Kruste, serviert mit Kloß und Sauce. Deftig, herzhaft, bodenständig – der perfekte Gegenpol zur feinen Pasta in Verona. Leider haben wir dort auch die schlechteste Pizza gegessen, die wir je in Italien gegessen haben zu uns genommen. Die Pizza vom Pizzawagen am Iseo See war zehnmal besser als die aus der Touristenfalle in Verona. (siehe Bild oben)


Fazit: Zwei Städte, zwei Welten – eine Reise

Unsere Tour mit der Lilibet war eine Reise der Kontraste.

  • Die Alpen mit Fernpass und Brenner als majestätische Hürden, die dank moderner Technik problemlos zu meistern waren.
  • Verona mit seiner Mischung aus Antike, Mittelalter, Oper und italienischem Lebensgefühl.
  • Unser Ritual im Caffè Wallner, das die Tage strukturierte und Genussmomente schuf.
  • Der unvergessliche Abend mit „La Traviata“ in der Arena, der uns tief berührte.
  • Und schließlich Bamberg, das mit seiner mittelalterlichen Kulisse, seinem Dom und seinem Rauchbier eine ganz andere, aber ebenso faszinierende Facette Europas zeigte.

Es war eine Reise, die uns zeigte, wie reichhaltig und vielfältig Europa ist – und wie schön es ist, diese Vielfalt mit dem Wohnmobil zu entdecken.

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